Senf, Senfsaga, Fischer Verlag

Autoren im Interview: Clara Langenbachs Leidenschaft für Senf

Heute habe ich etwas ganz Besonderes für euch: Ein Interview mit Clara Langenbach, Autorin der Senfblütensaga. Der erste Band der historischen Trilogie, „Zeit für Träume“ ist im Frühjahr bei https://www.fischerverlage.de/ erschienen.
Band 2 folgt bereits am 27. Oktober.

Clara Langenbach, Senfblütensaga

Clara Langenbach und ihr Weg zur Senfblütensaga

1. Bücher über Schokolade und Wein gibt es viele – wie bist du ausgerechnet auf Senf gekommen?
„Die Idee ist mir bei der gemeinsamen Ideenfindung mit meiner Agentin gekommen. Wir hatten beschlossen, mit meinem ersten historischen Roman eine ganz neue Richtung einzuschlagen. Zuerst habe ich an einen Roman über die erste Bestatterin in Deutschland nachgedacht. Doch das kam ihr ein wenig zu morbid vor (lacht).

2. Erfahrung beim Schreiben hast du eine Menge. Du unterrichtest bei einer bekannten Schreibschule und hast bereits zehn Romane in unterschiedlichen Genres herausgebracht. Wie aber sieht es mit Senf aus, außer ganz klassisch auf einem Grillwürstchen?
„Sobald mir der Inhalt des Buches klar war, habe ich eine kleine Hamburger Senfmanufaktur besucht und mir die Besonderheiten der Herstellung erklären lassen. Wer wie mein Protagonist eine Senffabrik aufmachen will, muss eine gewisse Leidenschaft für sein Produkt entwickeln und das wollte ich nachempfinden.“

3. Erzähl mir mehr von dem Besuch. Was hast du dort gelernt?

„Die Besichtigung war tatsächlich ein „Aha-Erlebnis“. Die Besitzerin von https://www.senfpauli.de hat mir ausführlich erklärt, dass es auf das Rezept und das Zusammenspiel von ätherischen Ölen und Gewürzen ankommt, um den bestmöglichen Geschmack aus dem Senf heraus zu kitzeln. Und auf die Reifezeit. Wie ein guter Wein muss auch der Senf eine Zeit lang im Keller lagern, um sein volles Aroma zu entfalten.“

4. Das klingt nach gründlicher Recherche. Gehst du immer so sorgfältig vor?

„Für historische Romane kann jedes unwichtige Detail eine Bedeutung bekommen. Einige Daten und Fakten lassen sich schnell im Internet finden, nach anderen, wie der Preis einer Brezel oder ob Zigarette rauchen damals von der Gesellschaft akzeptiert wurde, habe ich länger suchen müssen. Die Basis für meine Erzählung sind in jedem Fall Zeitzeugenberichte, mit deren Hilfe ich das damalige Leben hautnah miterleben konnte.“

Elsass-Lothring 1908

5. Trotz aller Genauigkeit – nach grauer Theorie klingt es aus deinem Mund nicht.

„Im Gegenteil. Gerade diese Details machen den Roman aus. Ich nehme die Leser mit auf eine Reise ins Elsass-Lothringen, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Eine spannende Zeit, in der Frauen nicht wie selbstverständlich studieren konnten, gesellschaftliche Konventionen oftmals über dem persönlichen Glück standen und Hochzeiten von den Eltern arrangiert wurden. Wir können uns heute kaum noch vorstellen, wie das Leben damals ausgesehen hat.“

6. Zur Handlung deines Romans. Deine Protagonistin Emma möchte studieren. Erwartet sie damit nicht mehr vom Leben, als es damals üblich war?

„Es war mir von Anfang an wichtig, Emma mit Wünschen auszustatten, die über das typische Ideal der Hausfrau und Mutter hinausgingen. Doch Emmas Traum zu studieren wird auf eine Probe gestellt, als sie Carl kennenlernt. Ein junger Mann, der seinen ehrgeizigen Wunsch, eine Senffabrik zu eröffnen, voranbringen möchte. Bald trägt Emma seine Idee mit und beginnt, ihn bei der Umsetzung zu unterstützen. Und dann ist da noch Antoine. Ein gutaussehender Schwerenöter, der Emmas Welt durcheinanderwirbelt.“

7. Eine Dreiecksgeschichte? Wie pikant! Was erwartet deine Leser noch?

„Ich habe den Fokus auf die Gefühlswelt der Menschen gelegt, die zwischenmenschlichen Beziehungen genauer zu beleuchtet und meine Protagonisten mit Ecken und Kanten ausgestattet, damit sie wie aus dem Leben gegriffen erscheinen. Liebe, die Sehnsucht nach Freiheit und auch moderne Themen wie Homosexualität kommen in dem Buch nicht zu kurz. Damit wollte ich auch das jüngere Publikum anzusprechen, die sonst nicht automatisch zum historischen Roman greifen.“

Senfblütensaga

Autor – ein Traumjob?

9. Klingt nach einem perfekten Schmöker. Macht dir das Schreiben genauso viel Spaß?

„So romantisch wie oftmals angenommen, ist das Autorenleben nicht. Durch die Corona-Pandemie sind meine Kinder nicht wie geplant in die Betreuung gegangen. Oft habe ich erst spät abends mit dem Schreiben begonnen und bis in die Nacht gearbeitet. Das ist auf die Dauer sehr anstrengend.“

10. Du denkst doch nicht daran, das Schreiben irgendwann aufzugeben?

„Davon kann keine Rede sein. Gerade schreibe ich an Band 3 der Senfblütensaga. Und auch danach soll es weitergehen – erneut mit einem historischen Stoff, den ich mit meiner Agentin schon abgestimmt habe. Nur deutlich langsamer als zuvor. Ich brauche jetzt erstmal eine kleine Pause.“

Und die hast du dir auch redlich verdient! Vielen Dank, dass du dir trotzdem Zeit für ein Interview genommen hast und viel Erfolg mit deinem wunderbaren Buchprojekt. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Emma, Carl und der Senfblütensaga weitergeht.

PS: Ihr habt auch ein Buch veröffentlicht, meint, dass das Thema zu meinem Content passt und wollt euch interviewen lassen? Sprecht mich gerne an! 

 

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